
Mir ist das so peinlich! Letzten Sommer war ich richtig im Zirkusbaufieber. Ich habe unzählige tolle Kommentare auf Instagram bekommen und auch viele Fragen. Also... ich habe versprochen, einen Blogbeitrag darüber zu schreiben, bin aber nie dazu gekommen. Jetzt hole ich das hoffentlich nach, und wer auch einen Zirkus bauen möchte, kann das ja als Weihnachtsprojekt angehen. 🙂
Die Idee
Als Famke mich fragte, ob ich einen Zirkus für sie gestalten könnte, war ich zunächst nicht sonderlich begeistert. Ich mag keine knalligen Farben, und Rot ist schon gar nicht mein Fall. Trotzdem dachte ich, ich könnte dem Ganzen eine eigene Note verleihen. Ich liebe Mrs. Mighettos Illustrationen und beschloss daher schnell, dass es in diese Richtung gehen musste. Um mich inspirieren zu lassen, pinne ich als Erstes – und zwar sehr viel.
Das Zelt

Ich würde hier gern eine Anleitung für den Zeltbau veröffentlichen. Leider habe ich keine, da ich einfach mein eigenes Design entworfen habe. Ich gebe eine kurze Erklärung.
Ich wollte ein Zelt mit einem Durchmesser von 36 cm nähen. Zuerst habe ich acht Baumwollspitzen zu einem spitz zulaufenden Dach zusammengenäht. In den unteren Rand habe ich einen Tunnelzug genäht und einen Draht hindurchgezogen. Dann habe ich einen 22 cm hohen Streifen Rautenstoff (Kwantum) zugeschnitten, der dem Umfang des unteren Dachrandes entsprach. Da ich eine weite Öffnung wollte, habe ich die Vorderseiten an beiden Seiten nach innen umgenäht. Das Dach habe ich dann mit unsichtbaren Stichen von Hand angenäht.
Als Nächstes baute ich das Zeltgestell. Ich sägte einen Kreis aus MDF aus, der dem Durchmesser des Zeltes entsprach. In die Mitte klebte ich eine alte Holzspule und lackierte sie goldfarben. Ich hatte noch einen runden Holzstreifen übrig, den ich mit Alufolie um die Spule wickelte. So lässt er sich zum Verstauen leicht abnehmen. Ich stanzte ein Loch in den Holzstreifen und fädelte einen Draht hindurch. Und nun zum etwas kniffligeren Teil: der Zeltspitze. Ich schnitt einen Kreis aus festem, nicht ausfransendem Stoff aus und fädelte den Holzstreifen mit dem Draht hindurch. Ich befestigte den Draht am Kreis und nähte diesen etwa bis zur Hälfte der Zeltspitze fest. Anschließend schnitt ich mit einer scharfen Schere kleine Punkte hinein. Eigentlich wollte ich noch eine kleine Fahne anbringen, aber das mache ich später.
Die Bewohner

Die Bewohner sind Sonny Angels und Sleich-Tiere. Sehr fotogen 😉
- Der Elefant trägt außerdem einen niedlichen Rock, den ich ganz einfach aus einem Stück alter Spitze und einem aufgefädelten Band genäht habe. Das Tutu der Ballerina ist aus Tüll.
- Die Power-Puppe trägt einen schwarz-weiß gestreiften Overall. Ich habe einfach einen schmalen Stoffstreifen abgeschnitten, ihn in der Mitte gefaltet und an den Seiten und zwischen den Beinen festgenäht. Das kannst du machen, während du Sonny in den Stoff steckst (nimm den Kopf ab, dann stört er dich nicht). Schneide dann einen großen V-Ausschnitt, um Bauch und Rücken freizulegen. Nimm die Puppe nun heraus und wende den Overall vorsichtig auf links. Die Nähte sind jetzt innen – fertig! Die Gewichte sind zwei dicke Perlen an einem Stab, die ich schwarz angemalt habe.
- Die Giraffen tragen einen Spitzenkragen. Ich habe einen Faden durch ein Spitzenband gefädelt und ihn vorsichtig straff gezogen, sodass ein Rüscheneffekt entstand. Dann habe ich den Kragen um den Hals gelegt und die Enden zusammengebunden.
- Der Zirkusdirektor trägt einen hohen schwarzen Hut, den ich aus schwarzem Karton angefertigt habe.
- Die Schwäne tragen schwarze Hüte. Die habe ich aus Papierstrohhalmen gemacht, die ich schwarz angemalt habe. Ich habe einen Pfund benutzt, um einen Kreis zu formen, einen Strohhalm darauf geklebt, und fertig.
- Die Ballons bestehen aus Plastik-Ostereiern und Eisendraht.
Der Zuckerwattenstand

Ist Mrs. Mighettos Zuckerwattenstand nicht einfach zuckersüß? Ich musste ihn unbedingt nachbauen! Ich habe zwei Seitenwände aus Sperrholz ausgeschnitten und darauf einen Boden, eine Vorder- und eine Rückseite geklebt. Dann habe ich Löcher für einen Stiel in die Seitenwände gebohrt und die Räder angeklebt. Die Räder hatte ich noch von einem anderen Projekt. Als Dach dienen Papierstrohhalme. Das Dach ist ebenfalls aus dünnem Sperrholz, auf das Stoffstücke geklebt sind. Die Seitenwände habe ich so genau wie möglich bemalt. Zusammen mit den Kindern habe ich die Zuckerwatte aus Kammgarn hergestellt, das wir auf einen Cocktailspieß gesponnen haben. Leider hatte ich nicht den richtigen Rosaton, deshalb ist die Zuckerwatte am Ende nur weiß geworden.


Der Wohnwagen

Ich habe mal bei Hema zwei Koffer gekauft, die ich echt hässlich fand. Ich habe sie dann zu einem Wohnwagen umfunktioniert, indem ich einfach die Vorderseite abgeschnitten und eine Holzleiste und zwei Halbkreise darunter geklebt habe. Die Fotos sprechen für sich. Ich muss allerdings zugeben, dass sie mit unzähligen Farbschichten überzogen sind.
















